CoreFinance

Die vernünftige Seite über Finanzen, Börse und Rohstoffe

Update: DAX in Rohstoffen/in Gold/inflationsbereinigt, DJIA in Euro

Erstellt von bf am Sonntag 13. Juli 2008

Die neuen Zahlen zum DAX in Rohstoffen, bzw. dem DAX in Gold, DAX inflationsbereinigt und dem DJIA in Euro sind verfügbar. Die drastischen Veränderungen des letzten Monats setzen sich fort.

Geringste Veränderungen beim inflationsbereinigten DAX

Beim inflationsbereinigten DAX hat sich im Vergleich am wenigsten getan. Die Zahlen vom Mai sind hier eingearbeitet, denen zufolge der DAX leicht teurer geworden ist. Historisch gesehen ist der DAX immer noch deutlich überbewertet. Als Ausblick auf die Juni-Zahlen kann ich sagen, dass sich der Trend in Richtung vernünftiger Bewertung wohl wieder fortsetzen wird.

In Gold ist der Trend ähnlich und deutlicher ausgeprägt

Durch fallende Goldpreise (wohl nur eine kurzfristige Tendenz) mussten mehr Feinunzen für die DAX-Bewertung hingeblättert werden. Historisch gesehen ist entweder der DAX gegenüber dem Gold günstig, oder aber viel wahrscheinlicher: Gold ist derzeit sehr hoch bewertet. Das spricht allerdings hauptsächlich dafür, dass derzeit am Markt eine hohe Inflationserwartung herrscht.

In Rohstoffen beim Durchschnitt angekommen

Über die letzten zwei Monate ist der DAX gegenüber dem Rohstoffindex CRB-Index bei seinem historischen Durchschnitt. Auch hier gilt, dass der DAX (noch) recht teuer bewertet ist, und das ebenso die Rohstoffe derzeit deutlich über ihrem Durchschnitt liegen.

Rohstoffe derzeit deutlich über ihrem Langzeit-Schnitt

Dazu hier ein Chart: der CRB-Index in Euro.

CRB-Index in Euro

Rohstoffe sind also noch ein ganzes Stück von den Allzeithochs entfernt, werden aber zunehmend teurer. Dazu tragen aus meiner Sicht drei Trends bei:

  • Die derzeitige Lage von Angebot und Nachfrage
  • Die Abwertung des Dollar. Dieser Trend schlägt auch auf die Euro-Bewertung durch. Der Euro konnte sich nicht vollständig von der Entwicklung des USD abkoppeln
  • Die Flucht in reale Werte. Investoren (vor allem US-Fonds) haben in den letzten Jahren zu einem viel zu großen Teil selber auf Marge spekuliert oder in Mittel investiert, die stark durch Schulden finanziert waren. Im Zuge der Auflösung der Schuld-Positionen und der Abwertung des Dollar fließen diese Mittel jetzt in Substanzwerte. Substanz-Aktien sind dabei unbeliebt, weil durch die Auflösung der Schuldpositionen der Markt unter Druck ist. Als Ausweg bleiben Rohstoffe. Wir haben also eine Deflationsbewegung in Aktien und Schuldtiteln, die zu einer Inflationsbewegung in Rohstoffen und anderen “harten” Anlageformen führt.

Es spricht viel dafür (und wenig dagegen), dass sich alle drei Trends noch einige Zeit unverändert fortsetzen. Daraus folgend bereite ich mich darauf vor, dass zunächst 1. Der Dollar weiter abwertet, 2. Rohstoffe zumindest auf ihrem derzeitigen Preisniveau bleiben, 3. die Inflation mindestens auf ihrem derzeitigen Stand bleibt und sich in den USA beschleunigt, 3. die Aktienmärkte in den USA weiter unter Verkaufsdruck bleiben, 4. die Rezession in den USA die Wirtschaftslage weltweit deutlich beeinflusst.

Für die USA sehe ich derzeit keine Erholung für dieses Jahr, und auch für das kommende Jahr bin ich äußerst skeptisch.

Der DJIA unter Druck

Alle diese Tendenzen sorgen ganz berechtigt dafür, dass Aktien von US-Unternehmen zunehmend unbeliebt werden. Entsprechend verhält sich auch der DJIA, für den zur Zeit nicht absehbar ist, wann die Wertberichtigung am Ende angekommen ist.

Bookmark it on : | | | | | | |