Hypo Real Estate
Erstellt von bf am Dienstag 26. Februar 2008
Gerade war es zu Hören, über Bloomberg TV: Die Hypo Real Estate habe ein Problem, hieß es da. Sie habe vertrauen verspielt, anfange alles klein geredet, und dann plötzlich und unerwartet doch riesige Abschreibungen gemeldet.
Nun, das will ich nicht bewerten. Viel interessanter war die nächste Aussage des Experten: Dies alles sei nun ja eingepreist, und so langsam könne man wohl wieder über ein Investment nachdenken.
Ob nun bei der HRE oder nicht: Was ist denn von einem Management zu halten, bei dem Aussagen und Geschäftsergebnis auseinander laufen? Das uns Eigentümer im Unklaren läßt über die Verhältnisse im Unternehmen?
Warren Buffett hat dazu eine klare Meinung, und die äußert er auch unmißverständlich in in den Geschäftsberichten der Berkshire Hathaway, nachzulesen in Essays von Warren Buffett:
Der Vorstand soll sich zwischen den Geschäftsberichten überhaupt nicht zum laufenden Geschäft äußern. Dafür hat es die Pflicht, in genau diesen Berichten (und natürlich auf der Hauptversammlung) alle Fragen zu beantworten, die uns Eigentümer interessieren könnten. Das Unternehmen gehört schließlich nicht dem Management, das sind nur Angestellte von uns. Wir haben das Recht zu wissen, wie es in unserem Unternehmen aussieht.
Und was folgt daraus?
Das ist klar: Ein solches Management hat gezeigt, daß es eben nicht vertrauenswürdig ist. Shareholder Value hin oder her, am Ende wird der Aktienkurs vom Erfolg des Unternehmens bestimmt, von nichts sonst. Solange solch ein Vorstand das Unternehmen führt, sollte kein Investor auch nur daran denken, sich dort einzukaufen.
Es kommen ungute Erinnerungen wieder hoch: Enron und auch der Flow Tex – Skandal haben uns gezeigt, daß es von jedem Kurs aus weiter abwärts gehen kann, wenn nicht entschlossen gehandelt wird, und alle Konsequenzen gezogen sind. Vorher kann keiner sagen, was passiert.
Problem ist nur: Durch Austauschen des Vorstands gewinnt man zunächst wenig. Zu sehr ist das Denken und Handeln bereits in den tieferen Management-Ebenen verwurzelt. Natürlich, eine Neubesetzung muß her, aber: Bis sich die falsche Einstellung herausgewachsen hat – das wird noch dauern.








Dienstag 17. Juni 2008 um 12:03
[...] überraschende Meldung der Hypo Real Estate können interessierte Leser auf den Seiten von CoreFinance nachlesen. Nachdem Merrill Lynch über 14 Milliarden Dollar abschreiben musste und sich danach [...]
Dienstag 7. Oktober 2008 um 09:29
Nun sieht man dieser Tage ja, wie wenig da “heraus gewachsen” ist. Quasi gar nichts, aber wahrscheinlich wurde dazu auch nichtmal ein Versuch unternommen… Jetzt hat der Staat/Steuerzahler die Hypo gerettet und so wie ich das sehe, warten wir jetzt mal auf den nächsten Notfall. Der kommt bestimmt, nehm ich mal an…
Dienstag 7. Oktober 2008 um 19:02
Das ist wohl richtig. Leider sind die Aktionen darüber hinaus sehr unkoordiniert und gehen am eigentlichen Problem vorbei. Einen Ansatz, wie eine staatliche Hilfe aussehen sollte, ist unter No Time for Utopian Anti-Interventionism (iTulip, englisch) zu finden. Lesenswert!